Lehr- und Lernkonzepte
Problembasiertes und Forschendes Lernen
Im Rahmen der Entwicklung neuer Lehr- und Lernkonzepte wird ein Perspektivwechsel von der lehrenden- zur studierendenzentrierten Perspektive vollzogen. Im Gegensatz zum bisher vorherrschenden, primär rezeptiven Lehrangebot soll ein problembasiertes, fallbezogenes, projektorientiertes und forschendes Lernen umgesetzt werden. Hierdurch wird sowohl die Selbständigkeit im Studium gestärkt, als auch die Entwicklung fachlicher sowie fachübergreifender Kompetenzen gefördert. Dies sind nicht zuletzt jene Kompetenzen, die Nachwuchsingenieure benötigen, um den Übergang von wissenschaftlicher Ausbildung zu unternehmerischer und wirtschaftlicher Praxis bewerkstelligen zu können.

Große Hörerzahlen
Um dem ansteigenden Ingenieurbedarf in Deutschland gerecht zu werden sind Veranstaltungen mit großer Hörerzahl, das heißt Lehrveranstaltungen mit mehr als 700 Studierenden, unvermeidlich. Vor dem Hintergrund der doppelten Abitur-Jahrgänge, die ca. 2010-2020 auf Hochschulen zukommen werden, wird sich das Problem großer Veranstaltungen weiter verschärfen. TeachING-LearnING.EU stellt daher Lösungsansätze bereit, die das Lehren und Lernen unter diesen Bedingungen erleichtern sollen. Untersucht werden unter anderem die Verbindung von Großgruppen-veranstaltungen mit tutorieller Betreuung in Kleingruppen.
In einem ersten Schritt wurde an der RWTH Aachen University im Wintersemester 2010/2011 eine Beobachtungsstudie durchgeführt mit dem Ziel erste Einblicke in die Herausforderungen im Umgang mit großen Hörerzahlen zu erlangen. Der hierzu entwickelte Beobachtungsbogen erfasste stichprobenartig den gängigen Umgang mit großen Hörerzahlen anhand differenzierter Beobachtungskriterien. Als Stichprobe wurden neun Vorlesungen aus den Ingenieurwissenschaften sowie drei Vorlesungen aus den Geistes- und Gesellschaftwissenschaften als Kontrollgruppe ausgewählt. Zu den Beobachtungskriterien zählen unter anderem die Art des Vortrags, der Einsatz von Medien, die Aufbereitung des Lehrmaterials, die Interaktion zwischen Dozierenden und Studierenden und die Hörsaalsituation.
Die Ergebnisse der Beobachtungsstudie werden anonym ausgewertet und ermöglichen erste Einblicke zum Themenfeld große Hörerzahlen. Die bisherige Auswertung der Beobachtungsbögen zeigt, dass die untersuchten Großgruppenveranstaltungen zu großen Teilen in Form von Frontalvorträgen gehalten werden. Hierbei wird sowohl das Fehlen von Interaktion mit den Studierenden, die geringe Einbindung durch Rückfragen und die mangelnde Veranschaulichung des Stoffes bemängelt. Ausgesprochen positiv fällt der mediale Einsatz innerhalb der Veranstaltungen auf. Er fördere die Aufmerksamkeit der Studierenden und den Dozierenden wird durchweg eine hohe Medienkompetenz bescheinigt.
Die Ergebnisse dienen als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen an den drei Standorten des Kompetenz- und Dienstleistungszentrum und geben erste Impulse zur Konzeption von Lehrveranstaltungen mit großen Hörerzahlen.










